Ruhig Stress haben – Achte auf Dich.

Stress, lass nach

Termindruck, Konflikte und Multitasking gehören für viele zum Alltag. Das Ergebnis: Wir fühlen uns gestresst. Dieser Alarmzustand hat unseren Vorfahren einstmals das Leben gerettet. Er setzt kurzfristig Energie für Höchstleistungen frei. Als Dauerzustand kann Stress Körper und Psyche aber stark belasten. Wie wir mit Stress umgehen, fängt im Kopf an.

Instinkte übernehmen

Bei Stress mobilisiert der Körper in kürzester Zeit Reserven, um blitzschnell reagieren zu können. Er schüttet Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Puls, Blutdruck und Atemfrequenz steigen. Die Muskeln spannen sich an. Die Sinne schärfen sich. Wir sind kampf- oder fluchtbereit. Dieser Alarmzustand hat Menschen früher vor Fressfeinden oder anderen Gefahren gerettet. Heute lässt er uns im Berufs- und Privatleben besondere Herausforderungen meistern. Er macht uns fokussiert, reaktionsschnell und extrem leistungsfähig. Stress hat also auch seine guten Seiten.

Guter oder schlechter Stress?

Wenn Stress zeitlich begrenzt auftritt, kann er motivieren, aktivieren und die Kreativität anregen. Dann empfinden wir ihn als gut (Eustress). Herausforderungen erscheinen spannend und wir sind zuversichtlich, sie aktiv bewältigen zu können. Ist die Situation überstanden, haben wir das Gefühl, viel geschafft zu haben. Schlechter Stress (Disstress) setzt uns dagegen stark unter Druck. Er entsteht, wenn wir uns äußeren Umständen ausgeliefert fühlen. Das kann Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit haben, denn als unkontrollierter Dauerzustand macht uns Stress krank.

Selbstwirksam gegen Stress

Bei Stress reagiert das Gehirn, bevor die Stressursache bewusst wahrgenommen werden kann. Sie können also kaum beeinflussen, was Sie stresst. Sie können es sich aber antrainieren, positiv und selbstbewusst auf Herausforderungen und Krisen zu reagieren:

  • Wer sich Erwartungen an sich selbst bewusst macht, kann sich fragen, ob diese überhaupt erfüllbar sind. Ist das nicht der Fall, können Sie guten Gewissens Nein sagen. In manchen Fällen ist etwas Mut zur Lücke auch eine Alternative.
  • Sie können das Lob anderer annehmen, ohne sich dafür zu rechtfertigen oder es abzuwerten zu müssen. Am besten bedanken Sie sich für das nette Feedback und lassen sich davon motivieren.
  • Sie können stolz darauf sein, im Laufe des Lebens schon zahlreiche Stresssituationen gemeistert zu haben. Wer sich das bewusst macht, kann Kraft aus diesen positiven Erfahrungen ziehen.

Unterstützung holen

Einen bewussten Umgang mit Stresssituationen zu finden und regelmäßig für Entspannung zu sorgen, senkt das Risiko für psychische Erkrankungen. Beides können Sie in krankenkassengeförderten, zertifizierten Präventionskursen erlernen – sowohl online als auch vor Ort möglich.

Doch selbst bei einem starken seelischen Immunsystem und einem sicheren Umgang mit Stress sind psychische Erkrankungen nicht völlig ausgeschlossen. Wenn bei Ihnen seit mehreren Wochen typische Anzeichen auftreten, ist ein Termin beim Haus-, Fach- oder Werksarzt, bei der Sozialberatung oder beim Therapeuten hilfreich.

Solche Anzeichen können anhaltende Antriebslosigkeit, Traurigkeit, Angstzustände oder Gereiztheit sein. Veränderungen im Schlaf- oder Essverhalten, Konzentrationsstörungen, sozialer Rückzug sowie Schwierigkeiten, mit dem eigenen Alltag zurechtzukommen, gehören ebenfalls dazu.

Möchten Sie mehr über Ihr seelisches Immunsystem wissen?

Das geht ganz einfach mit unserem Resilienztest, Podcasts & mehr.

Alles zur Kampagne “Achte auf Dich.”

Unser Kursangebot

Im Gesundheitsmanagement geht es für mich darum, Stress nicht nur anzusprechen, sondern konkrete Unterstützung zu bieten. Genau hier setzt die Kampagne an: Sie vermittelt Wissen, regt zur Reflexion an und liefert Impulse, die sich direkt im Arbeitsalltag umsetzen lassen.

Michael Kaisser, Referent Gesundheitsmanagement am ZF-Standort Friedrichshafen

Resilient & ready: mentale Tools für Young Professionals

Erster Job, neue Stadt, Fernbeziehung – der Start ins Arbeitsleben bringt einiges durcheinander. In diesem interaktiven Webcast geht’s um die mentale Seite dieses Umbruchs: Wie bleibst du gelassen, wenn alles neu ist, und wie findest du deinen eigenen Rhythmus? Gemeinsam entdecken wir, was hilft, um stark, fokussiert und mit Spaß anzukommen.

  • Termin: 10.06.2026, 17:00 Uhr – 18:00 Uhr, via Microsoft Teams
  • Referent: Lisa Christ (Psychologische Psychotherapeutin, B. A. Lehr-, Lern- und Trainingspsychologie, B. Sc. Psychologie & M. Sc. Psychologie)

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Veröffentlicht: 22.03.2026 - Aktualisiert: 16.04.2026